Die Google Search Console meldet 237 nicht indexierte Seiten. Klingt nach Großbaustelle – kann aber auch bedeuten, dass Google korrekt aufgeräumt hat. Denn Weiterleitungen, gelöschte URLs und doppelte Seiten gehören häufig gar nicht in den Index. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern der Grund dahinter.
Erst einmal ruhig bleiben: Nicht indexiert ist nicht immer kaputt
Google kennt auf vielen Websites mehr URLs, als tatsächlich in den Suchergebnissen erscheinen sollen. Dazu gehören zum Beispiel alte Adressen, Weiterleitungen, Druckansichten, Filterseiten, doppelte Inhalte oder bewusst ausgeschlossene Seiten.
Das Ziel lautet deshalb nicht: Jede bekannte URL muss indexiert sein. Das Ziel lautet: Die wichtigen, aktuellen und eindeutigen Seiten sollen indexiert sein – und zwar unter der richtigen Adresse.
Bevor du also den roten Werkzeugkoffer holst, stelle dir bei jeder Meldung zuerst eine Frage: Soll genau diese URL überhaupt bei Google gefunden werden?
Die einfache Ampel für den Indexierungsbericht
- Rot: Eine wichtige Seite ist wegen eines technischen Problems nicht erreichbar oder nicht indexierbar. Das sollte zeitnah geprüft werden.
- Gelb: Google hat eine Entscheidung getroffen oder wartet noch. Hier braucht es Kontext, eine URL-Prüfung und manchmal etwas Geduld.
- Grün: Der Ausschluss ist beabsichtigt oder technisch korrekt – etwa bei einer Weiterleitung oder einer alternativen URL mit richtigem Canonical.
Und nun zu den Meldungen, die in der Google Search Console besonders häufig auftauchen.
1. Serverfehler (5xx)
Der Server konnte Googles Anfrage nicht korrekt beantworten. Typische Codes sind 500, 502, 503 oder 504. Einzelne kurze Aussetzer können vorkommen. Häufen sie sich, kann Google wichtige Inhalte nicht zuverlässig abrufen.
Was tun? Serverprotokolle, Hosting, PHP-Fehler, Zeitüberschreitungen und vorgeschaltete Sicherheitsdienste prüfen. Bei wichtigen Seiten ist das eindeutig Rot.
2. Weiterleitungsfehler
Google ist einer Weiterleitung gefolgt, kam aber nicht sauber am Ziel an. Ursachen können eine Endlosschleife, eine zu lange Weiterleitungskette, eine ungültige Zieladresse oder der Wechsel zwischen fehlerhaften URLs sein.
Was tun? Jede Weiterleitung vom Start bis zum endgültigen Ziel testen. Idealerweise führt die alte URL mit genau einem dauerhaften Schritt zur passenden neuen Seite.
3. URL wird von robots.txt blockiert
Die Datei robots.txt untersagt Google das Crawlen dieser URL. Das kann richtig sein – etwa bei internen Suchergebnissen – oder versehentlich wichtige Inhalte betreffen.
Was tun? Prüfen, ob die Sperre gewollt ist. Wichtig: Die robots.txt ist kein zuverlässiges Werkzeug, um eine bereits bekannte URL aus dem Index zu entfernen. Dafür ist in der Regel noindex zuständig, wobei Google die Seite auch crawlen können muss.
4. URL als „noindex“ markiert
Auf der Seite oder in der HTTP-Antwort steht sinngemäß: Bitte nicht indexieren. Google hält sich normalerweise daran.
Was tun? Ist der Ausschluss beabsichtigt, ist alles in Ordnung. Soll die Seite gefunden werden, muss die noindex-Anweisung entfernt werden. Danach die URL erneut prüfen und die Indexierung anstoßen.
5. Soft 404
Die Seite liefert technisch den Status „200 OK“, wirkt inhaltlich für Google aber wie eine nicht vorhandene oder nahezu leere Seite. Das passiert zum Beispiel bei „Produkt nicht gefunden“-Seiten, die trotzdem einen normalen Seitenstatus ausgeben.
Was tun? Gibt es den Inhalt nicht mehr, sollte die URL einen echten 404- oder 410-Status liefern. Gibt es einen sinnvollen Inhalt, muss die Seite diesen klar und vollständig zeigen – mit passendem Titel, Text und Zweck.
6. Wegen nicht autorisierter Anforderung (401) blockiert
Die Seite verlangt eine Anmeldung oder Authentifizierung. Googlebot bekommt deshalb keinen Zugriff.
Was tun? Bei Mitglieder-, Kunden- oder Testbereichen ist das meist korrekt. Ist die Seite öffentlich gedacht, müssen der Zugriffsschutz und mögliche Serverregeln geprüft werden.
7. Nicht gefunden (404)
Die angeforderte URL existiert nicht. Das ist nicht automatisch ein Fehler. Gelöschte Seiten dürfen einen 404-Status liefern. Problematisch wird es, wenn interne Links, die Sitemap oder wichtige externe Verweise weiterhin auf die tote Adresse zeigen.
Was tun? Interne Links und Sitemap bereinigen. Eine Weiterleitung ist sinnvoll, wenn es einen wirklich passenden Ersatz gibt. Pauschal jede gelöschte URL auf die Startseite umzuleiten, hilft weder Besuchern noch Suchmaschinen.
8. Wegen Zugriffsverbot (403) blockiert
Der Server hat die Anfrage verstanden, verweigert aber den Zugriff. Häufig blockieren Firewall, Sicherheitsplugin, CDN oder eine fehlerhafte Serverregel den Googlebot.
Was tun? Sicherheits- und Serverprotokolle prüfen. Googlebot sollte nicht allein anhand eines leicht fälschbaren Namens freigeschaltet werden; die Prüfung muss technisch sauber erfolgen.
9. URL wegen eines anderen 4xx-Problems blockiert
Hier liegt ein anderer clientseitiger HTTP-Fehler vor, den die Search Console keiner eigenen Kategorie zuordnet. Beispiele können 400, 405, 429 oder ungewöhnliche Antworten eines Sicherheitsdienstes sein.
Was tun? Den genauen HTTP-Status und die Serverantwort ermitteln. Besonders bei 429 („zu viele Anfragen“) lohnt sich ein Blick auf Rate-Limits und Schutzregeln.
10. Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert
Google hat die Seite besucht, aber vorerst nicht in den Index aufgenommen. Sie kann später noch indexiert werden, ohne dass du etwas änderst. Die Meldung allein verrät nicht, warum Google so entschieden hat.
Was tun? Nicht blind zehnmal „Indexierung beantragen“ klicken. Prüfe stattdessen, ob die Seite einen klaren eigenen Nutzen hat, intern gut verlinkt ist, technisch indexierbar bleibt und nicht mit ähnlichen Seiten konkurriert. Das sind sinnvolle Prüfpunkte – keine Garantie für die Aufnahme.
11. Gefunden – zurzeit nicht indexiert
Google kennt die URL, hat sie aber noch nicht gecrawlt. Laut Google kann das unter anderem passieren, wenn der Abruf die Website voraussichtlich zu stark belasten würde und später nachgeholt wird.
Was tun? Interne Verlinkung, XML-Sitemap, Serverleistung und die Menge unwichtiger URLs prüfen. Bei neuen Seiten ist oft etwas Geduld angebracht. Bleibt die Meldung über längere Zeit bestehen, sollte die gesamte Website-Struktur betrachtet werden.
12. Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag
Google erkennt diese URL als Variante einer anderen Seite. Der Canonical-Verweis zeigt auf die bevorzugte Hauptversion, und Google folgt dieser Angabe.
Was tun? Meist nichts. Kontrolliere lediglich, ob die angegebene Hauptseite tatsächlich die richtige ist. Wenn ja, ist diese Meldung eher ein grünes Häkchen als eine Fehlermeldung.
13. Duplikat – vom Nutzer nicht als kanonisch festgelegt
Google hält mehrere Seiten für inhaltlich gleich oder sehr ähnlich. Du hast aber nicht eindeutig angegeben, welche URL die Hauptversion sein soll. Google wählt deshalb selbst.
Was tun? URL-Varianten bereinigen, interne Links vereinheitlichen und bei echten Duplikaten ein passendes Canonical setzen. Ist eine Variante dauerhaft überflüssig, kann auch eine Weiterleitung die klarere Lösung sein.
14. Duplikat – Google hat eine andere Seite als der Nutzer als kanonische Seite bestimmt
Du hast eine bevorzugte URL genannt, Google hält jedoch eine andere Variante für geeigneter. Das ist ein Hinweis auf widersprüchliche Signale.
Was tun? Canonical, interne Links, Weiterleitungen, Sitemap, Sprachvarianten und Inhalte gemeinsam prüfen. Alle Signale sollten möglichst dieselbe Haupt-URL unterstützen.
15. Seite mit Weiterleitung
Die URL leitet auf eine andere Adresse weiter und wird deshalb selbst nicht indexiert. Genau so soll eine Weiterleitung normalerweise funktionieren.
Was tun? Wenn Ziel und Statuscode stimmen, nichts. Steht die alte Adresse noch in der Sitemap oder in internen Links, sollte sie dort durch die Ziel-URL ersetzt werden.
16. Indexiert, obwohl durch robots.txt-Datei blockiert
Google darf die Seite nicht crawlen, kennt ihre Adresse aber aus Links oder anderen Quellen und hat sie trotzdem in den Index aufgenommen. Weil der Inhalt nicht gelesen werden darf, kann das Suchergebnis unvollständig wirken.
Was tun? Soll die Seite aus dem Index, Crawling erlauben und ein noindex ausgeben. Soll sie gefunden werden, die blockierende Regel entfernen. Eine URL gleichzeitig vor dem Crawlen zu sperren und per noindex entfernen zu wollen, ist ein beliebter technischer Knoten im Taschentuch.
17. Seite ohne Inhalt indexiert
Google hat die URL indexiert, konnte den Inhalt aber nicht zuverlässig lesen. Mögliche Ursachen sind blockierte Ressourcen, eine für Google leere Ausgabe oder technische Probleme bei der Darstellung.
Was tun? Die gerenderte Seite in der URL-Prüfung ansehen, JavaScript und Ressourcen prüfen und sicherstellen, dass der wesentliche Inhalt bereits zuverlässig ausgeliefert wird.
Welche Meldungen solltest du zuerst bearbeiten?
- Wichtige Seiten zuerst: Startseite, Leistungen, Produkte, Standorte und zentrale Ratgeberseiten.
- Technische Blockaden vor Schönheitsfehlern: 5xx, Weiterleitungsfehler, versehentliches
noindex, 401 und 403. - Fehlerquellen statt Einzelfälle: Eine falsche Regel im Template kann hundert URLs betreffen. Das ist wichtiger als eine einzelne alte 404-Seite.
- Beabsichtigte Ausschlüsse dokumentieren: Dann tauchen sie beim nächsten Bericht nicht erneut als vermeintlicher Alarm auf.
- Stichproben mit der URL-Prüfung machen: Eine Meldungsgruppe kann unterschiedliche Ursachen enthalten.
Was der Bericht nicht verspricht
Eine technisch fehlerfreie Seite hat keinen Anspruch auf Indexierung. Und eine indexierte Seite hat noch keinen Anspruch auf eine gute Platzierung. Technik schafft die Voraussetzung; hilfreiche Inhalte, Eindeutigkeit, interne Verlinkung und Vertrauen entscheiden mit darüber, was anschließend passiert.
Auch nach einer Korrektur verschwindet eine Meldung nicht immer sofort. Google muss die betroffenen URLs erneut crawlen und verarbeiten. Je nach Website und Problem kann das Tage oder auch länger dauern.
Kurze Antworten auf häufige Fragen
Muss jede Seite meiner Website indexiert sein?
Nein. Wichtig ist, dass die relevanten Hauptseiten indexiert sind. Weiterleitungen, Duplikate, interne Suchseiten oder bewusst ausgeschlossene Inhalte müssen nicht in den Suchergebnissen erscheinen.
Garantiert eine XML-Sitemap die Indexierung?
Nein. Sie hilft Google dabei, wichtige URLs zu entdecken, ist aber keine Eintrittskarte in den Index.
Soll ich nach jeder Änderung die Indexierung beantragen?
Bei einzelnen wichtigen Seiten kann das sinnvoll sein. Eine saubere Website-Struktur, korrekte Sitemaps und verlässliche interne Links sind auf Dauer wichtiger als ständiges manuelles Anklopfen.
Warum steigt die Zahl der nicht indexierten Seiten plötzlich?
Mögliche Gründe sind neue URL-Varianten, ein Relaunch, geänderte Canonicals, Filter- oder Kalenderseiten, alte Sitemaps oder eine technische Änderung. Erst die betroffenen Beispiele zeigen, ob daraus wirklich ein Problem entsteht.
Kann jemand eine Indexierung garantieren?
Nein. Eine seriöse SEO-Prüfung kann Hindernisse finden und beheben, aber die endgültige Entscheidung über Crawling und Indexierung trifft die Suchmaschine.
Wenn aus der Meldung eine echte Baustelle wird
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Offizielle Quellen: Google: Bericht zur Seitenindexierung und Google Search Central: Crawling-Fehler beheben.